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Unsere
Stadt
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| Siedlungsspuren
im Herborner Stadtgebiet und seiner näheren
Umgebung gehen bis in die Steinzeit zurück. Das
Alter des Kerns der heutigen Stadt Herborn, der Altstadt,
deren ehemaliger Mauerring immer noch durch das Schloss
und mehrere Türme und hohe Mauerreste angedeutet
wird, ist dagegen schwer zu fassen.
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Î.
Ìedvedev.
„Herborn. Dill im Winter“.
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Sicher
ist, dass Herborn im frühen und hohen Mittelalter
Zentrum eines Landbezirks war, der im Namen des fränkischen,
dann des deutschen Königs regiert und ursprünglich
als Großpfarrei von der Herborner Kirche, die auch
dem König gehörte, geistlich befreut wurde.
Von etwa 1200 bis 1866 übten die Landesherrschaft
in Herborn und seinem Raum verschiedene Linien der
Grafen, später Fürsten und zuletzt Herzöge
von Nassau aus.
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Î.
Ìedvedev. „Herborn.
Der Garten des Schlosses“. |
| Die
„Herborner Mark“ wird 1048 urkundlich zum ersten
Male erwähnt. Zur Herborner Mark gehörte auch
der Kern des Hohen Westerwaldes und Bad Marienberg. 1251
haben die Grafen von Nassau beim deutschen König
die Stadtrechte für Herborn erwirkt.
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Î.
Medvedev. „Herborn. Die Bahnhofstraße“. |
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Die
mittelalterliche Stadt war stets ein regionales
Handelszentrum. Es wurde auf den Straßen und Plätze
gehandelt. Noch heute tragen diese Straßen und Plätze
die alten Namen: Kornmarkt, Schuhmarkt, Holzmarkt,
Buttermarkt. Die Namen hinweisen auf die Waren, die dort
verkaut wurden. Im 14. Jahrhundert wurde die Herstellung
von Wolltuch und Strümpfen zum Hauptgewerbe. Die
Ausfuhr ging über die Frankfurter Messe in den Süden.
Die ersten Zünfte bildeten sich im 15. Jahrhundert
und erhielten allmählich landesherrliche Privileg. |
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| O.
Medvedev. „Herborn. Die Straße zum Bahnhof“. |
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Im
frühen 18. Jahrhundert wurden Wollstrümpfe auf
Maschinen gestrickt. Wichtig war auch die
Papierfabrikation in drei um Herborn liegenden Papiermühlen.
Herborner Papier ging zeitweise bis Hamburg und Bremen.
Der
Anschluss von Herborn im Jahre 1862 an die
Eisenbahnlinie Giessen-Köln
brachte wesentliche Wachstumsimpulse. Herborn
wurde in den folgenden Jahren Sitz von Eisenwerken; Färbereien,
Leder-, Brau- und Möbelindustrie erlebten einen
bedeutenden Aufschwung. Heute stützt sich die
überregionale wirtschaftliche Bedeutung Herborns
besonders auf Erzeugnisse der Metall- und
Elektronikindustrie.
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Î.
Medvedev. „Herborn. Die Hauptstraße”.
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Zu
den wenigen Gewerben, die heute noch in Herborn eine
ungebrochene Tradition haben, gehören Bäcker,
die bereits 1511 nachweislich eine Zunft hatten. Die
Herborner Bäcker stellen seit Jahrhunderten
Spezialitäten her, die als „Herborner
Schlumpenwecke“ und „Herborner Fastensbrezel“ im
weiten Umkreis bekannt sind. Die gute Haltbarkeit der
Fastensbrezel ist berühmt. 1846 nahmen die
Auswanderer des Amtes Herborn große Mengen davon
als Proviant für die Schiffsreise nach Texas mit. |
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Î.
Ìådvedev.
„Herborn. Der Frühling in Herborn“. |
| Während
sich die gewerbliche Stellung von Herborn nur wenig von
der anderer Kleinstädte unterscheidet, weist die
Stadt Geschichte auf dem kultur- und
geistesgeschichtlichen Gebiet eine sozusagen überdurchschnittliche
Bedeutung dadurch auf, dass hier von 1584-1817 der Sitz
einer Hochschule war. Die Hohe Schule gehörte zu
den wichtigsten Bildungsstätten der Reformierten in
Europa. Nach Qualität und Struktur des Lehrkörpers
war sie einer Universität sehr ähnlich, besaß
aber keine Universitätsprivilegien, die der Keiser
damals nur katholischen oder lutherischen, aber keinen
reformierten Gründungen verlieh. |
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O.
Ìedvedev.
„Herborn. Hohe Schule“. |
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Sie
unterhielt Beziehungen nach England und Schottland, zu
den hugenottischen Akademien in Frankreich, zu
schweizerischen und niederländischen Hochschulen
und Ungarn. Es gab in der Hohen Schule vier klassischen
Fakultäten und die Unterricht Sprache war Latein.
Die Tradition der theologischen Fakultät wird heute
von dem ev. Seminar, das im Schloss untergebracht ist,
weitergeführt. |
| Î.
Ìådvedev.
„Herborn. Der Schloss im Winter“. |
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Zurzeit
zählt Herborn und sein Gebiet 22 000 Einwohner. Die
Umgebung Herborns wird von einer abwechslungsreichen
Mittelgebirgs- Landschaft,
die zahlreiche große Wälder aufweist,
bestimmt. Der Stadtteil Schönbach ist anerkannter
Erholungsort. |
O.Medvedev.
„Herborn im Schnee“. |
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Charakteristisch
für das Herborner Stadtbild ist die hohen Fachwerkhäuser.
Ihre freigelegte Fassade zeigen meist reiche Ornamente
im Stil von Renaissance und Barock. Auffallend ist, das
viele Häuser als Doppelhäuser errichtet wurden,
d. h. man hatte zwei selbstständige Wohnhäuser
unter einem Dach. Eine platzsparende Bauweise war
notwendig, weil es zahlreiche mittelständische
Gewerbetreibende gab, die sich innerhalb der Ringmauer
den engen Raum an den Marktplätzen und der
Hauptverkehrsstraße teilen mussten. |
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O.
Medvedev. „Herborn. Der graue Tag“. |
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| Eine
Besichtigung des Herborner Stadtkernes beginnt man am
besten am Rathaus. Er hat seine jetzige Gestalt um 1630
erhalten. Heute Hauptsitz der Stadtverwaltung, war das
Rathaus früher Tagungsort des Gerichts, des Rats,
der Zünfte; es diente gleichzeitig als Stadtwaage,
Tanzhaus, Weinkeller, Getreidespeicher, Waffenarsenal
und Abstellraum für die Feuerlöschgeräte.
Um 1650 begann man damit, die Brüstung der Außenwand
der Ratsstube mit Familienwappen, Zunft- und
Handelszeichen der Herborner Bürgermeister und
Ratsherren zu schmücken. |
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O.
Medvedev. „Herborn. Rathaus“. |
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Eine
entschieden barocke
Note erhielt der Marktplatz 1732 durch die Errichtung des
Löwen Brunners.
An
bodenständigen Volksfesten hat Herborn die Kirmes und
den Martinimarkt. Die Kirmes wird am letzten Wochenende im
August von den Herborner Vereinen mit großem Kommers
und Festzug ausgerichtet. Der Martinimarkt ist ein zweitägiger
Krammarkt um den 11. November, der seit 1465 belegt ist.
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| O. Medvedev.
„Herborn. Die Vorstadt”. |
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